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Sie haben Post!
Ja, es gab wirklich Zeiten, als einem
bei diesen Worten nicht der Schauer in die Glieder fuhr.
Damals. E-Mail war DAS neue Medium schlechthin.
Blitzschnelle Kommunikation mit denen, die's auch schon
hatten...
Das kostenlose Versenden digitaler Nachrichten
begeisterte schnell nicht nur Privatleute. Auch
Unternehmen bedienten sich mehr und mehr dem neuen
Vertriebsweg für Direktwerbung. Während man damals
für eine Postkarte 60 Pfennig zahlen musste, ein Brief
80 Pfennig kostete, werden für die E-Mail bis heute nur
die Online-Gebühren fällig.
Die geringen Kosten riefen
bald nicht nur seriöse Unternehmen auf den Plan.
Anbieter für Penisverlängerungen, Viagra und dubiose
Gewinnspiele entdeckten die E-Mail als Medium für den
Massenversand sinnloser Botschaften. Und das Geschäft
ist scheinbar derart lohnend, dass mittlerweile auch der
Aufwand zur Beschaffung neuer E-Mail-Adressen erhöht
wurde.
Wie kommen Spammer an meine E-Mail-Adresse?
Spammer haben unterschiedliche Methoden entwickelt, um
an E-Mail-Adressen heran zu kommen. Einige davon werden
hier aufgezeigt:
- Websites werden von speziellen Tools nach
E-Mail-Adressen gescannt
- Ein Virus oder Spyware liest E-Mail-Adressen von der
Festplatte
- Directory Harvest Attack: Spammer schicken «auf
gut Glück» E-Mails mit zufällig gewählten
Namen an bestehende Domains. Kommt keine
Unzustellbarkeitsmeldung zurück, so wird die Adresse
als echt interpretiert und weiterverwendet.
So werden z.B. Webseiten von speziellen Tools
gescannt. Und auch Viren bedienen sich ja gerne aller
möglicher Postfächer auf der Festplatte. Doch wie kann
man sich gegen Spamming schützen? Nachfolgend habe ich
ein paar «Regeln» zusammengetragen. Einen
endgültigen Schutz gibt es nicht, da die Mailadresse
nun mal der Kommunikation dient und irgendwo im Web kann
so eine Adresse dann auch schnell mal in falsche Hände
geraten.
Wie kann ich mich selbst vor Spam schützen?
Wer die nachfolgende Punkte beherzigt,
dürfte weitestgehend von Spam verschont bleiben:
- Eintragen der E-Mail-Adresse auf Webseiten: Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse nicht
arglos auf Webseiten preis. Das gleiche
gilt für das Angeben der E-Mail-Adresse bei
Versandhäusern, auf Fragebogen, Preisausschreiben,
Gewinnspielen oder für sonstigen Schnickschnack.
Behandeln Sie Ihre E-Mail-Adresse wie die Höhe Ihres
Einkommens. Das würden Sie auch nur bestimmte Leute
wissen lassen. Skeptisch wären Sie, wollte irgendein
Unternehmen xyz dies wissen. Seien Sie genau so
skeptisch, wenn die Mailadresse verlangt wird. Ja: Dies
dient fast immer ausschließlich dem anschließenden
Versand von Werbemüll.
- Multi-Mailadressen: Legen Sie
sich mehrere E-Mail-Adressen zu, mindestens aber eine
zweite, die sie von Zeit zu Zeit ändern können. Geben Sie
vor allem in Foren,
Chats, Online-Shops, für Newsletter oder sonstwo im Web
eine E-Mail-Adresse an, die Sie später notfalls
löschen können. Ich gehe mittlerweile folgenden Weg:
Da ich 200 E-Mail-Adressen frei habe, bekommt jeder neue
«unbekannte» Kontakt (ich spreche hier nicht
von Freunden und Bekannten) eine eigene E-Mail-Adresse.
Ein Forum zum Thema Excel bekäme z.B. die Adresse
excelforum@armin-hoepfl.de (Anmerkung: ich lache jetzt
schon über die depperten Spammer, die diese Adresse in
ihre Datenbank scannen) ;-)))
- Für Webmaster: Spammer
scannen Mailadressen auf Webseiten. E-Mail-Adressen auf
Webseiten nur als Grafik aufführen, niemals in
Klartext. Verlinkung bestenfalls mit JavaScript.
Allerdings werden auch diese Varianten heutzutage oft
mühelos elektronisch ausgewertet. Foren wie phpBB
sind oft das Ziel massiver Spam-Attacken. Da hilft nur
das Abändern zum Beispiel der Post- oder
Register-Datei, so dass diese Dateien nicht mehr dem
Standard entsprechen und damit für den Spam-Bot nicht
greifbar sind. Welche Art von Änderung dort
vorgenommen werden sollte, kann man nicht pauschal
beantworten. Sie sollte auf jeden Fall individuell
sein.
- Filter: Es
gibt einen ziemlich einfachen, jedoch sehr
wirkungsvollen Spam-Filter: Verschieben Sie einfach alle
Mails, die von der Top-Level-Domain .com kommen in einen
separaten Ordner, den Sie dann einmal pro Tag durchgehen
und aus dem Sie 99% aller Mails löschen können. Das
mag für international operierende Unternehmen wenig
hilfreich sein. Für den Privatanwender ist es aber auf
jeden Fall ein geeignetes Mittel, zumal man bestimmte
Adressen ja von dieser Regel ausschließen kann. Bei
Bedarf kann man dieses Vorgehen auf weitere Domains
ausweiten, wobei man wieder einzelne Adressen zulassen
kann.
- Antworten auf Spam-Mails: Nicht zurücksenden!
Schon gar nicht auf kryptische Mailadressen nach dem
Format wwgs334@zone22.com. Eine Beschwerde direkt beim
Absender sollte die Ausnahme bleiben und sich auf die
Fälle beschränken, in denen man sich ziemlich sicher
ist, dass es sich um manuell versendete Mails handelt.
Wer auf Spam-Mails antwortet, bestätigt damit
ungewollt, dass seine Mail-Adresse gültig ist. Andererseits
gilt bei vielen Spammern heute eine E-Mail-Adresse
bereits als gültig, wenn keine
Unzustellbarkeitsnachricht zurückkommt.
- Links in Spam-Mails: Betätigen Sie keine
Links in Spam-Mails. Deaktivieren Sie in ihrem
Mail-Programm das Vorschaufenster und deaktivieren Sie
wenn möglich HTML-Mails oder nutzen Sie ein
Anti-Spam-Programm, dass HTML-Mails in Text-Mails
umwandelt.
- Name der Mailadresse: Vermeiden Sie gebräuchliche
Namen wie webmaster@..., info@... oder kontakt@... Je
ungewöhnlicher der Name, desto schwerer ist er von
Spammern zu erraten. Vermeiden Sie wenn möglich
Adressen bei großen Free-Mail-Anbietern wie GMX, MSN
oder Yahoo da Spammer mit Mail-Adress-Generatoren zufällige
Adressen bei diesen Anbietern ermitteln. Kommt dann
keine Unzustellbarkeitsnachricht, so wird die Adresse
als gültig erkannt.
Was kann ich tun, wenn ich trotzdem Spam erhalte?
Ärgerlich: da hat man alles getan, um sich vor Spams zu
schützen und trotzdem finden sich im Postfach immer
wieder diese Werbebotschaften. Ob man jetzt noch etwas
unternehmen kann, hängt vom Einzelfall ab. Einige Möglichkeiten
habe ich hier aufgelistet:
- Provider informieren: Informieren Sie Ihren
Provider über den Spam-Versender.
- «Gegnerischen» Provider informieren:
Hier stellt sich zunächst die Frage, wer der
jeweilige Provider ist. Für jede Top-Level-Domain
gibt es eine Registratur-Stelle. In Deutschland ist
dies die
DENIC.
Etliche andere Domains wie .com oder .net kann man
abfragen über die EUNIC.
Man kann versuchen, falls man keine Reaktion erhält
auch unter Androhung des Rechtsweges, den Provider zur
Sperrung des Spammer-Accounts zu bewegen, bzw. dafür
Sorge zu tragen, dass keine Spams verschickt werden.
Ob der Provider sich hierfür zuständig fühlt und ob
sie Ihre Forderungen durchsetzen können, ist eine
andere Frage.
- Mail an SpamCop: s.u. unter «Organisationen
und Dienste»
- Mail an den Spammer: Vorsicht, diesen Schritt müssen
Sie gut überdenken (s.o.)! Dieser Schritt kann dann
angebracht sein, wenn Sie Spam-Mails erhalten, die
immer von der gleichen Absender-Adresse kommen. Hier
sollten Sie zunächst 10-14 Tage warten, ob die
Mail-Flut nicht wieder nachlässt. Wenn nicht, haben
Sie ohnehin nichts mehr zu verlieren. Dass die Spams
durch Spam-Filter in einen anderen Ordner verschoben
werden, ist auch nicht immer befriedigend. Aus eigener
Erfahrung kann ich sagen, dass eine Mail unter
Androhung des Rechtsweges in einem solchen Fall
durchaus erfolgversprechend sein kann, auch über die
deutschen Grenzen hinweg. Sie sollten die
Spam-Mails als Beweismaterial eine Zeit lang sammeln
und dem Spammer mitteilen, dass Sie über
entsprechendes Beweismaterial verfügen. Lassen Sie
auch durchklingen, dass Sie den Spammer bei SpamCop
(s.u.) melden werden, sollte er seine Mailflut nicht
binnen einer Frist von einer Woche einstellen.
Zitieren Sie auch ruhig eines der unten genannten
Urteile. Lässt der Spammer sich nicht beirren, lassen
Sie die Sache nicht auf sich beruhen. Fügen Sie dem
Spammer Schaden zu, indem sie ihn bei oben genannten
Stellen anzeigen. Er wird dann zumindest bei einem
Teil seiner Empfänger (automatisch) geblockt.
- Mail an den Verband der deutschen
Internetwirtschaft: Auf der Homepage des Verbandes
finden Sie eine E-Mail-Adresse, an die Sie die
Spam-Mail weiterleiten können, sofern es sich um
deutschen Spam handelt.
Beschwerde-Seite - Homepage
- Löschung der Adresse: Wenn nichts hilft, überdenken
Sie, ob es nicht doch einfacher ist, die
E-Mail-Adresse zu löschen. Bei Unternehmen wird das
sicher schwierig, bei Privatpersonen sollte es aber
letztlich kein großes Problem sein. Mit der nächsten
Mailadresse sollte man dann sehr sorgfältig umgehen.
Rechtliches
Das Landgericht Berlin hat in einem Urteil vom 14. Mai
1998 (Az. 16 O 301/98) die Versendung von Spam Mails
untersagt. Leitsatz: «Die unverlangte»
Zusendung von Werbe-e-Mails verstößt gegen §823,
Abs. 1 BGB. In der
Urteilsbegründung wurde darauf verwiesen, dass es in
der Rechtssprechung anerkannt sei, dass die Zusendung
von Werbebotschaften per Fax gegen §823,
Abs. 1 BGB verstoße, sofern der Empfänger nicht damit
einverstanden ist oder sein Einverständnis im Rahmen
einer bereits bestehenden Geschäftsverbindung vermutet
werden kann. Für E-Mails gelte daher das Gleiche. Der
Beschuldigten wurde untersagt weitere E-Mails an den
Antragsteller zu senden. Bei Zuwiderhandlung würde in
jedem Fall ein Ordnungsgeld von DM 500.000 fällig,
ersatzweise Ordnungshaft bis zu sechs Monaten.
Das Landgericht Traunstein kam in einem Urteil vom
18.12.1997 (Az. 2 HK O 3755/97) zu dem Beschluss, dass
der unverlangte Versand von E-Mail-Werbung an private
E-Mail-Anschlüsse wettbewerbswidrig nach §1 UWG ist.
Die Zusendung an Unternehmens-e-Mail-Anschlüsse wurde
hier nicht beurteilt.
Wer rechtlich gegen einen Spammer vorgehen will, kann
sich wegen «Verletzung seines Persönlichkeitsrechtes»
auf den §823,
Abs. 1 BGB berufen (Privatpersonen). Bei
Gewerbetreibenden gilt der gleiche Paragraph unter dem
Gesichtspunkt des «Eingriffs in den
eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb».
Eine weitere Möglichkeit ist, den Provider des Spammers
aufzufordern die Zusendung der entsprechenden Spam-Mail
zu unterlassen. Dies ist geregelt im §13a TKV. Ihr
eigener Provider ist dabei verpflichtet Ihnen Auskunft
über den Absender zu geben. Danach können Sie den
Provider des Spammers direkt abmahnen. Dieser muss
geeignete Maßnahmen ergreifen, um die weitere
Versendung von Spam zu verhindern, z.B. alle weiteren
Mails dieses Absenders blockieren. Sie können die
Spam-Mail als Anlage beifügen.
Anti-Spam-Programme
Es gibt eine ganze Reihe von Anti-Spam-Programmen.
Viele davon sind nur als Shareware erhältlich. Es gibt
aber mittlerweile auch einige wirksame
Freeware-Programme, von denen nachfolgend einige aufgeführt
werden:
- Mozilla Thunderbird: Das E-Mail-Programm der
Mozilla Foundation ist ein kostenloses
OpenSource-Programm. Es ersetzt die Mailfunktionen von
anderen Programmen wie z.B. Outlook Express vollständig.
Eine automatische Update-Funktion hält das Programm
immer auf dem neuesten Stand. Darüber hinaus besitzt
es einen äußerst effektiven Spamfilter. Eingehende
Spam-Mails können per Klick auf einen Button in einen
separaten Junk-Ordner (Junk=Spam) verschoben werden.
Mit jeder so markierten E-Mail lernt der Filter dazu,
so dass nach und nach immer mehr Junk-Mails
automatisch im gleichnamigen Ordner verschwinden. Wenn
wieder mal eine Spam-Mail eingeht genügt weiterhin
ein einfacher Klick auf den Button, um auch diese Mail
im Junk-Ordner verschwinden zu lassen. Nach ca. einer
Woche (bei durchschnittlichem Mailaufkommen) hat der
Filter schon so viel dazu gelernt, dass sich kaum noch
Junk-Mails im normalen Posteingang finden. Nach einem
Monat ist man quasi spamfrei. Von Zeit zu Zeit sollte
man den Junk-Ordner prüfen und anschließend den
Ordner als gelesen markieren. Es kommt allerdings so
gut wie nie vor, dass sich eine Mail in den
Junk-Ordner verirrt, die dort nicht hingehört.
Homepage
- SpamPal: SpamPal ist ebenfalls ein kostenloses
OpenSource-Programm, das Spam-Mails in einen separaten
Ordner umlenkt. Es ist in erster Linie für
Privatleute gedacht, die ihre Mails über einen POP3-
oder IMAP4-Postfach beziehen und ein Programm wie
Outlook, Outlook Express, Eudora, Pegasus Mail oder
Mozilla Thunderbird nutzen. Es gibt noch eine Reihe
weiterer Mail-Programme, die unterstützt werden.
SpamPal kann mit PlugIns um zahlreiche Funktionen ergänzt
werden. Unter anderem gibt es PlugIns für das Ausführen
von Virenscannern, das Führen von Whitelists, um
englischsprachige Mails zu blocken, Reguläre Ausdrücke
zu verwenden, selbstlernende Filter einzubauen. Zu erwähnen sei, dass SpamPal die
Sender-IP mit DNSBL-Servern abgleicht. Möglicherweise
wird dies ohnehin schon von Ihrem Provider erledigt,
so dass dann logischerweise nicht mehr all zu viele
Spams erkannt werden, außer man setzt ein oder
mehrere PlugIns ein.
Homepage
- Spamfighter: Spamfighter ist ein Spamfilter für
Outlook und Outlook Express. Eingehende Spammails
werden in einen getrennten Ordner verschoben, den Sie
jederzeit einsehen und leeren können. Sollte trotzdem
eine Spammail durch den Filter gelangen, können Sie
den Absender mit einem Klick bei Spamfighter melden.
Homepage
- Mailwasher Server OpenSource:
Server-seitiger Spam-Filter für Windows/Exchange
Server und auch für Linux und Solaris.
Homepage
- PopFile: Ein Programm zum Kategorisieren von
eingehenden E-Mail. Das Ausfiltern von Spam ist dabei
nur ein möglicher Anwendungsfall.
Homepage
- Spamihilator: Entfernt 98% der Spam-Mail
bereits beim Herunterladen. Das Programm arbeitet
dabei völlig im Hintergrund. Es arbeitet mit dem
Bayesian Filter, der eine bestimmte
Spam-Wahrscheinlichkeit aufgrund mathematischer Regeln
berechnet. Der Filter lernt im Laufe der Zeit und wird
so immer besser. Läuft mit allen gängigen
E-Mail-Programmen.
Homepage
- ISSB SPAMTrash: Die eigenständige Anwendung,
die unabhängig vom E-Mail-Programm läuft, testet
E-Mails bereits vor dem Herunterladen. Bei
Mailserverabfragen werden die ersten relevanten Daten
der E-Mails vom Server abgeholt und in einer Liste
dargestellt. Die meisten unerwünschten Werbe-Mails
werden dabei automatisch als SPAM markiert.
Homepage
- E-Mail-Clients wie der
Thunderbird
von Mozilla haben einen automatischen gut wirksamen
Spam-Filter bereits integriert.
Organisationen und Dienste
Mittlerweile gibt es Stellen im Internet, die etwas an
der derzeitigen Situation ändern wollen. Es handelt
sich meist um Anbieter von DNSBL (DNS-based Blackhole Lists).
Diese Anbieter führen Datenbanken mit IP-Adressen von
Spammern. In der Regel
sind die entsprechenden Webseiten in englischer Sprache:
- Verband der deutschen Internetwirtschaft:
Melden Sie hier deutschen Spam:
Beschwerde-Seite.
Dort können Sie auch auf illegale Inhalte im Internet
hinweisen.
- «no abuse in internet» (naiin) e.V.:
Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, den Missbrauch
des Mediums Internet einzudämmen. Neben der Bekämpfung
illegaler Inhalte unterhält der Verein eine eigene
europäische Meldestelle namens «Netwatch».
Auf der Homepage des Vereins finden Sie in der linken
Navigation unter «Verbraucherschutz» das
Thema «Spam».
Homepage
- Spamhaus.org: The Spamhaus Project sammelt
IP-Adressen von Spammern und führt eine eigene DNSBL,
man kann jedoch keine Mails an Spam-Haus senden und
auch keine Spammer melden. Spamhaus führt die eigene
Blocklist SBL. Wer einen eigenen Webserver besitzt,
kann diese Liste zum Abgleich mit seinen eingehenden
Mails nutzen. Außerdem wird eine Liste mit
Hardcore-Spammern
geführt, die 80% aller Spam-Mails versenden. Homepage
- SpamCop.net: Bei SpamCop gibt es einen kostenlosen
Dienst zur Einsendung oder Meldung von Spam-Mails.
Dazu ist eine Registrierung notwendig. SpamCop bietet
auch einen Dienst für Privatleute, Unternehmen und
Internet Service Provider, der für ca. 30 Dollar im
Jahr das Ausfiltern von Spam anhand der
SpamCop-Datenbank verspricht.
Homepage
Das Ranking der Spam-versendenden Länder
Sophos, Hersteller von professioneller Antiviren- und
Anti-Spam-Software, hat auf der Grundlage der E-Mails,
die in ihren weltweit eingerichteten Honey-Pots (fiktive
E-Mail-Konten) gelandet sind, folgendes Ranking
erstellt:
- 1. USA 35,7%
- 2. Südkorea 24,98%
- 3. China/Hongkong 9,71%
- 4. Frankreich 3,19%
- 5. Spanien 2,74%
- 6. Kanada 2,68%
- 7. Japan 2,1%
- 8. Brasilien 1,95%
- 9. Großbritannien 1,57%
- 10. Deutschland 1,23%
Ausblicke
In Deutschland entstehen durch Spam jährlich geschätzte
Kosten von 3,5 Milliarden Euro. Vielleicht lässt diese
Zahl hoffen, dass in absehbarer Zeit wirksame Mittel
gegen Spam ergriffen werden.
Manche Experten fordern, dass man für
E-Mails eine Gebühr zahlen solle. Von der Grundidee
sicher kein schlechter Ansatz. Allerdings: Warum sollen
alle leiden, nur weil ein paar schwarze Schafe sich
nicht an die Spielregeln halten!? Außerdem ließe sich
so etwas weltweit sowieso nicht durchsetzen.
Ich
plädiere für eine Übereinkunft zwischen den Staaten
Europas und Amerikas, in ihren TLD's nur noch
Mailversendungen mit gültiger Absenderadresse
zuzulassen. Das von der Internet Engineering Task Force
(IETF) entworfene neue Protokoll AMTP (Authenticated
Mail Transfer Protocol, eine Erweiterung des bislang
verwendeten SMTP-Protokolls) ließe das zu. AMTP
ermöglicht eine Echtheitsprüfung und der Missbrauch
von Mail-Systemen lässt sich leichter nachvollziehen.
Zudem sollte der Versand von Massenmails mit falscher
Absenderadresse mit drastischen Strafen geahndet werden.
Allein die Einführung solcher Strafen und entsprechende
internationale Abkommen würden etliche Spammer
abschrecken. Hier fehlt es an Internet-Gesetzen. Es
lässt sich eben nicht alles mit Urheberrecht und
anderen bereits bestehenden Gesetzen abdecken. Sollten Europa und Amerika sich
einigen, hätten die Anwender erst einmal Ruhe, denn
sollten andere Länder nicht an diesem Abkommen
teilnehmen, so kann man die entsprechenden
Top-Level-Domains ja recht einfach blocken. Von dort
würden die meisten von uns sowieso nie «Post»
bekommen.
Am Rande erwähnt...
Ungewollt Spam erhält
oft auch, wer seine Website von Anmelde-Diensten bei zig
Suchmaschinen anmelden lässt. Nicht nur, dass bei
vielen Suchdiensten eine Bestätigung geschickt wird,
man erhält anschließend - oh Wunder - auch die
ungewollten Werbebotschaften. Letztens bekam ich eine
lächerliche Mail. Da war die Rede davon, dass meine
Site bei 300.000 Suchmaschinen angemeldet würde. Ich
darf gar nicht dran denken, wie viele Bestätigungen das
allein gewesen wären. Das kann nun wirklich niemand
wollen. Abgesehen davon, dass man anzweifeln darf, dass
es 300.000 Suchmaschinen gibt.
Ein guter Rat von mir:
Wer ohne große Mühe viel erreichen will, sollte seine
Website manuell bei den größten Suchdiensten Google,
AllTheWeb (FAST) und im Open Directory Project unter der
entsprechenden Kategorie anmelden. Alle anderen
Suchdienste bedienen sich ohnehin dort, so dass schon
bald die exotischsten Suchmaschinen die Website crawlen.
Andere Arten von Spam (manueller Spam)
- Kettenmails:
Eine andere Art von Spam sind Kettenmails. Sende dieses
Mail an 10, 20 oder 37 Leute und du bekommst... Die
älteren Semester von uns kennen das ja noch in
Brief-Form. Damals war die ganze Sache noch richtig
kostspielig, weshalb diese Briefe meist nur in der
Schule unter Klassenkameraden verteilt wurden - oder man
verschickte die Briefe unfrei... Heute kostet's ja nix
mehr. Machen Sie sich nicht selbst zum Spammer! Es gibt
keinen Grund, diesen Müll
weiterzuleiten. Kettenmails und Hoaxes haben in der
Spam-Statistik einen nicht unerheblichen Anteil. Man kann ja trefflich drüber streiten,
ob ein gewisser Spaßfaktor mitspielt. Das kommt dann
letztlich auch auf die Mail selbst an. Manche dieser
Mails mögen ja ganz witzig sein. Die Art von
«Sende diese Mail an x Leute, sonst hast du dein
Leben lang Unglück» gehört jedenfalls umgehend
gelöscht - OHNE sie vorher weiterzuleiten. Du wirst
deshalb weder von einem Auto angefahren, noch stürzt
deine Oma über das Balkon-Geländer !!! Ich könnte mir
hier jetzt auch mindestens 739 Dinge ausdenken, die
passieren, wenn ich für diesen Artikel keine
Dankes-Mail erhalte ;-)
- Hoaxes: Selbst der
einigermaßen geschulte Blick eines Computer-Laien
erkennt diese besondere Form der Kettenmail. Hoaxes sind
leicht zu erkennen an folgendem Schema: Die bekannte
Organisation x sowie die noch wichtigere Gesellschaft y
warnen vor dem neuen, besonders gefährlichen Virus z,
der in der ersten Woche seiner Verbreitung schon n
Millionen PC's verseucht hat. Außerdem bla bla bla...
Gähn! und ächz! Nochmal zum mitschreiben: Weder die
Organisation x, noch die Gesellschaft y würden per Mail
über einen neuen Virus z informieren. Informationen
finden sich u.a. auf Internetseiten der
Antiviren-Hersteller oder - bei besonders gefährlichen
Viren - auch schon mal in Rundfunk und Fernsehen.
Einfache Regel für jeden: Diese Mails sind IMMER Hoaxes.
Wenn trotzdem der Verdacht besteht, die Mail könnte
echt sein: Lass all deine Freunde reinrasseln, denn: du
kannst sicher sein, dass ein Virus, der dermaßen
gefährlich ist, wie er dort beschrieben wird, jeden PC
schneller erreichen würde als diese Warnmail. Es gibt
also absolut keinen Grund, so etwas weiterzuleiten. Und
letztlich: ein aktueller Virenscanner ist besser als
jede Virenwarnung! Ich wünsche allen viel Erfolg bei
der Bekämpfung von Spam-Mails!
Weiterführende Links
www.tu-berlin.de/www/software/spam.shtml
www.spamflam.de
www.dr-ackermann.de/spam
www.aufrecht.de/3541.html
www.internetfallen.de/Hacker-Cracker/Spam-Mails/spam-mails.html
Spam zum Schmunzeln
www.spamfan.de
ist eine satirische Pro-Spam-Seite.
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