Armin-Hoepfl.de - Anti-Spam-Seite
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Ja, es gab wirklich Zeiten, als einem bei diesen Worten nicht der Schauer in die Glieder fuhr. Damals. E-Mail war DAS neue Medium schlechthin. Blitzschnelle Kommunikation mit denen, die's auch schon hatten... 

Das kostenlose Versenden digitaler Nachrichten begeisterte schnell nicht nur Privatleute. Auch Unternehmen bedienten sich mehr und mehr dem neuen Vertriebsweg für Direktwerbung. Während man damals für eine Postkarte 60 Pfennig zahlen musste, ein Brief 80 Pfennig kostete, werden für die E-Mail bis heute nur die Online-Gebühren fällig. 

Die geringen Kosten riefen bald nicht nur seriöse Unternehmen auf den Plan. Anbieter für Penisverlängerungen, Viagra und dubiose Gewinnspiele entdeckten die E-Mail als Medium für den Massenversand sinnloser Botschaften. Und das Geschäft ist scheinbar derart lohnend, dass mittlerweile auch der Aufwand zur Beschaffung neuer E-Mail-Adressen erhöht wurde. 

Wie kommen Spammer an meine E-Mail-Adresse?

Spammer haben unterschiedliche Methoden entwickelt, um an E-Mail-Adressen heran zu kommen. Einige davon werden hier aufgezeigt:
  • Websites werden von speziellen Tools nach E-Mail-Adressen gescannt
  • Ein Virus oder Spyware liest E-Mail-Adressen von der Festplatte
  • Directory Harvest Attack: Spammer schicken «auf gut Glück» E-Mails mit zufällig gewählten Namen an bestehende Domains. Kommt keine Unzustellbarkeitsmeldung zurück, so wird die Adresse als echt interpretiert und weiterverwendet.
So werden z.B. Webseiten von speziellen Tools gescannt. Und auch Viren bedienen sich ja gerne aller möglicher Postfächer auf der Festplatte. Doch wie kann man sich gegen Spamming schützen? Nachfolgend habe ich ein paar «Regeln» zusammengetragen. Einen endgültigen Schutz gibt es nicht, da die Mailadresse nun mal der Kommunikation dient und irgendwo im Web kann so eine Adresse dann auch schnell mal in falsche Hände geraten. 

Wie kann ich mich selbst vor Spam schützen?

Wer die nachfolgende Punkte beherzigt, dürfte weitestgehend von Spam verschont bleiben: 
  • Eintragen der E-Mail-Adresse auf Webseiten: Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse nicht arglos auf Webseiten preis. Das gleiche gilt für das Angeben der E-Mail-Adresse bei Versandhäusern, auf Fragebogen, Preisausschreiben, Gewinnspielen oder für sonstigen Schnickschnack. Behandeln Sie Ihre E-Mail-Adresse wie die Höhe Ihres Einkommens. Das würden Sie auch nur bestimmte Leute wissen lassen. Skeptisch wären Sie, wollte irgendein Unternehmen xyz dies wissen. Seien Sie genau so skeptisch, wenn die Mailadresse verlangt wird. Ja: Dies dient fast immer ausschließlich dem anschließenden Versand von Werbemüll.
  • Multi-Mailadressen: Legen Sie sich mehrere E-Mail-Adressen zu, mindestens aber eine zweite, die sie von Zeit zu Zeit ändern können. Geben Sie vor allem in Foren, Chats, Online-Shops, für Newsletter oder sonstwo im Web eine E-Mail-Adresse an, die Sie später notfalls löschen können. Ich gehe mittlerweile folgenden Weg: Da ich 200 E-Mail-Adressen frei habe, bekommt jeder neue «unbekannte» Kontakt (ich spreche hier nicht von Freunden und Bekannten) eine eigene E-Mail-Adresse. Ein Forum zum Thema Excel bekäme z.B. die Adresse excelforum@armin-hoepfl.de (Anmerkung: ich lache jetzt schon über die depperten Spammer, die diese Adresse in ihre Datenbank scannen) ;-)))
  • Für Webmaster: Spammer scannen Mailadressen auf Webseiten. E-Mail-Adressen auf Webseiten nur als Grafik aufführen, niemals in Klartext. Verlinkung bestenfalls mit JavaScript. Allerdings werden auch diese Varianten heutzutage oft mühelos elektronisch ausgewertet. Foren wie phpBB sind oft das Ziel massiver Spam-Attacken. Da hilft nur das Abändern zum Beispiel der Post- oder Register-Datei, so dass diese Dateien nicht mehr dem Standard entsprechen und damit für den Spam-Bot nicht greifbar sind. Welche Art von Änderung dort vorgenommen werden sollte, kann man nicht pauschal beantworten. Sie sollte auf jeden Fall individuell sein.
  • Filter: Es gibt einen ziemlich einfachen, jedoch sehr wirkungsvollen Spam-Filter: Verschieben Sie einfach alle Mails, die von der Top-Level-Domain .com kommen in einen separaten Ordner, den Sie dann einmal pro Tag durchgehen und aus dem Sie 99% aller Mails löschen können. Das mag für international operierende Unternehmen wenig hilfreich sein. Für den Privatanwender ist es aber auf jeden Fall ein geeignetes Mittel, zumal man bestimmte Adressen ja von dieser Regel ausschließen kann. Bei Bedarf kann man dieses Vorgehen auf weitere Domains ausweiten, wobei man wieder einzelne Adressen zulassen kann.
  • Antworten auf Spam-Mails: Nicht zurücksenden! Schon gar nicht auf kryptische Mailadressen nach dem Format wwgs334@zone22.com. Eine Beschwerde direkt beim Absender sollte die Ausnahme bleiben und sich auf die Fälle beschränken, in denen man sich ziemlich sicher ist, dass es sich um manuell versendete Mails handelt. Wer auf Spam-Mails antwortet, bestätigt damit ungewollt, dass seine Mail-Adresse gültig ist. Andererseits gilt bei vielen Spammern heute eine E-Mail-Adresse bereits als gültig, wenn keine Unzustellbarkeitsnachricht zurückkommt.
  • Links in Spam-Mails: Betätigen Sie keine Links in Spam-Mails. Deaktivieren Sie in ihrem Mail-Programm das Vorschaufenster und deaktivieren Sie wenn möglich HTML-Mails oder nutzen Sie ein Anti-Spam-Programm, dass HTML-Mails in Text-Mails umwandelt.
  • Name der Mailadresse: Vermeiden Sie gebräuchliche Namen wie webmaster@..., info@... oder kontakt@... Je ungewöhnlicher der Name, desto schwerer ist er von Spammern zu erraten. Vermeiden Sie wenn möglich Adressen bei großen Free-Mail-Anbietern wie GMX, MSN oder Yahoo da Spammer mit Mail-Adress-Generatoren zufällige Adressen bei diesen Anbietern ermitteln. Kommt dann keine Unzustellbarkeitsnachricht, so wird die Adresse als gültig erkannt.

Was kann ich tun, wenn ich trotzdem Spam erhalte?

Ärgerlich: da hat man alles getan, um sich vor Spams zu schützen und trotzdem finden sich im Postfach immer wieder diese Werbebotschaften. Ob man jetzt noch etwas unternehmen kann, hängt vom Einzelfall ab. Einige Möglichkeiten habe ich hier aufgelistet:
  • Provider informieren: Informieren Sie Ihren Provider über den Spam-Versender.
  • «Gegnerischen» Provider informieren: Hier stellt sich zunächst die Frage, wer der jeweilige Provider ist. Für jede Top-Level-Domain gibt es eine Registratur-Stelle. In Deutschland ist dies die  DENIC. Etliche andere Domains wie .com oder .net kann man abfragen über die  EUNIC. Man kann versuchen, falls man keine Reaktion erhält auch unter Androhung des Rechtsweges, den Provider zur Sperrung des Spammer-Accounts zu bewegen, bzw. dafür Sorge zu tragen, dass keine Spams verschickt werden. Ob der Provider sich hierfür zuständig fühlt und ob sie Ihre Forderungen durchsetzen können, ist eine andere Frage.
  • Mail an SpamCop: s.u. unter «Organisationen und Dienste»
  • Mail an den Spammer: Vorsicht, diesen Schritt müssen Sie gut überdenken (s.o.)! Dieser Schritt kann dann angebracht sein, wenn Sie Spam-Mails erhalten, die immer von der gleichen Absender-Adresse kommen. Hier sollten Sie zunächst 10-14 Tage warten, ob die Mail-Flut nicht wieder nachlässt. Wenn nicht, haben Sie ohnehin nichts mehr zu verlieren. Dass die Spams durch Spam-Filter in einen anderen Ordner verschoben werden, ist auch nicht immer befriedigend. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine Mail unter Androhung des Rechtsweges in einem solchen Fall durchaus erfolgversprechend sein kann, auch über die deutschen Grenzen hinweg. Sie sollten die Spam-Mails als Beweismaterial eine Zeit lang sammeln und dem Spammer mitteilen, dass Sie über entsprechendes Beweismaterial verfügen. Lassen Sie auch durchklingen, dass Sie den Spammer bei SpamCop (s.u.) melden werden, sollte er seine Mailflut nicht binnen einer Frist von einer Woche einstellen. Zitieren Sie auch ruhig eines der unten genannten Urteile. Lässt der Spammer sich nicht beirren, lassen Sie die Sache nicht auf sich beruhen. Fügen Sie dem Spammer Schaden zu, indem sie ihn bei oben genannten Stellen anzeigen. Er wird dann zumindest bei einem Teil seiner Empfänger (automatisch) geblockt.
  • Mail an den Verband der deutschen Internetwirtschaft: Auf der Homepage des Verbandes finden Sie eine E-Mail-Adresse, an die Sie die Spam-Mail weiterleiten können, sofern es sich um deutschen Spam handelt.  Beschwerde-Seite -  Homepage
  • Löschung der Adresse: Wenn nichts hilft, überdenken Sie, ob es nicht doch einfacher ist, die E-Mail-Adresse zu löschen. Bei Unternehmen wird das sicher schwierig, bei Privatpersonen sollte es aber letztlich kein großes Problem sein. Mit der nächsten Mailadresse sollte man dann sehr sorgfältig umgehen.

Rechtliches

Das Landgericht Berlin hat in einem Urteil vom 14. Mai 1998 (Az. 16 O 301/98) die Versendung von Spam Mails untersagt. Leitsatz: «Die unverlangte» Zusendung von Werbe-e-Mails verstößt gegen §823, Abs. 1 BGB. In der Urteilsbegründung wurde darauf verwiesen, dass es in der Rechtssprechung anerkannt sei, dass die Zusendung von Werbebotschaften per Fax gegen §823, Abs. 1 BGB verstoße, sofern der Empfänger nicht damit einverstanden ist oder sein Einverständnis im Rahmen einer bereits bestehenden Geschäftsverbindung vermutet werden kann. Für E-Mails gelte daher das Gleiche. Der Beschuldigten wurde untersagt weitere E-Mails an den Antragsteller zu senden. Bei Zuwiderhandlung würde in jedem Fall ein Ordnungsgeld von DM 500.000 fällig, ersatzweise Ordnungshaft bis zu sechs Monaten.

Das Landgericht Traunstein kam in einem Urteil vom 18.12.1997 (Az. 2 HK O 3755/97) zu dem Beschluss, dass der unverlangte Versand von E-Mail-Werbung an private E-Mail-Anschlüsse wettbewerbswidrig nach §1 UWG ist. Die Zusendung an Unternehmens-e-Mail-Anschlüsse wurde hier nicht beurteilt.

Wer rechtlich gegen einen Spammer vorgehen will, kann sich wegen «Verletzung seines Persönlichkeitsrechtes» auf den §823, Abs. 1 BGB berufen (Privatpersonen). Bei Gewerbetreibenden gilt der gleiche Paragraph unter dem Gesichtspunkt  des «Eingriffs in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb».

Eine weitere Möglichkeit ist, den Provider des Spammers aufzufordern die Zusendung der entsprechenden Spam-Mail zu unterlassen. Dies ist geregelt im §13a TKV. Ihr eigener Provider ist dabei verpflichtet Ihnen Auskunft über den Absender zu geben. Danach können Sie den Provider des Spammers direkt abmahnen. Dieser muss geeignete Maßnahmen ergreifen, um die weitere Versendung von Spam zu verhindern, z.B. alle weiteren Mails dieses Absenders blockieren. Sie können die Spam-Mail als Anlage beifügen.

Anti-Spam-Programme

Es gibt eine ganze Reihe von Anti-Spam-Programmen. Viele davon sind nur als Shareware erhältlich. Es gibt aber mittlerweile auch einige wirksame Freeware-Programme, von denen nachfolgend einige aufgeführt werden:
  • Mozilla Thunderbird: Das E-Mail-Programm der Mozilla Foundation ist ein kostenloses OpenSource-Programm. Es ersetzt die Mailfunktionen von anderen Programmen wie z.B. Outlook Express vollständig. Eine automatische Update-Funktion hält das Programm immer auf dem neuesten Stand. Darüber hinaus besitzt es einen äußerst effektiven Spamfilter. Eingehende Spam-Mails können per Klick auf einen Button in einen separaten Junk-Ordner (Junk=Spam) verschoben werden. Mit jeder so markierten E-Mail lernt der Filter dazu, so dass nach und nach immer mehr Junk-Mails automatisch im gleichnamigen Ordner verschwinden. Wenn wieder mal eine Spam-Mail eingeht genügt weiterhin ein einfacher Klick auf den Button, um auch diese Mail im Junk-Ordner verschwinden zu lassen. Nach ca. einer Woche (bei durchschnittlichem Mailaufkommen) hat der Filter schon so viel dazu gelernt, dass sich kaum noch Junk-Mails im normalen Posteingang finden. Nach einem Monat ist man quasi spamfrei. Von Zeit zu Zeit sollte man den Junk-Ordner prüfen und anschließend den Ordner als gelesen markieren. Es kommt allerdings so gut wie nie vor, dass sich eine Mail in den Junk-Ordner verirrt, die dort nicht hingehört.   Homepage
  • SpamPal: SpamPal ist ebenfalls ein kostenloses OpenSource-Programm, das Spam-Mails in einen separaten Ordner umlenkt. Es ist in erster Linie für Privatleute gedacht, die ihre Mails über einen POP3- oder IMAP4-Postfach beziehen und ein Programm wie Outlook, Outlook Express, Eudora, Pegasus Mail oder Mozilla Thunderbird nutzen. Es gibt noch eine Reihe weiterer Mail-Programme, die unterstützt werden. SpamPal kann mit PlugIns um zahlreiche Funktionen ergänzt werden. Unter anderem gibt es PlugIns für das Ausführen von Virenscannern, das Führen von Whitelists, um englischsprachige Mails zu blocken, Reguläre Ausdrücke zu verwenden, selbstlernende Filter einzubauen. Zu erwähnen sei, dass SpamPal die Sender-IP mit DNSBL-Servern abgleicht. Möglicherweise wird dies ohnehin schon von Ihrem Provider erledigt, so dass dann logischerweise nicht mehr all zu viele Spams erkannt werden, außer man setzt ein oder mehrere PlugIns ein.  Homepage
  • Spamfighter: Spamfighter ist ein Spamfilter für Outlook und Outlook Express. Eingehende Spammails werden in einen getrennten Ordner verschoben, den Sie jederzeit einsehen und leeren können. Sollte trotzdem eine Spammail durch den Filter gelangen, können Sie den Absender mit einem Klick bei Spamfighter melden.  Homepage
  • Mailwasher Server OpenSource: Server-seitiger Spam-Filter für Windows/Exchange Server und auch für Linux und Solaris.  Homepage
  • PopFile: Ein Programm zum Kategorisieren von eingehenden E-Mail. Das Ausfiltern von Spam ist dabei nur ein möglicher Anwendungsfall.  Homepage
  • Spamihilator: Entfernt 98% der Spam-Mail bereits beim Herunterladen. Das Programm arbeitet dabei völlig im Hintergrund. Es arbeitet mit dem Bayesian Filter, der eine bestimmte Spam-Wahrscheinlichkeit aufgrund mathematischer Regeln berechnet. Der Filter lernt im Laufe der Zeit und wird so immer besser. Läuft mit allen gängigen E-Mail-Programmen.  Homepage
  • ISSB SPAMTrash: Die eigenständige Anwendung, die unabhängig vom E-Mail-Programm läuft, testet E-Mails bereits vor dem Herunterladen. Bei Mailserverabfragen werden die ersten relevanten Daten der E-Mails vom Server abgeholt und in einer Liste dargestellt. Die meisten unerwünschten Werbe-Mails werden dabei automatisch als SPAM markiert.  Homepage
  • E-Mail-Clients wie der  Thunderbird von Mozilla haben einen automatischen gut wirksamen Spam-Filter bereits integriert.

Organisationen und Dienste

Mittlerweile gibt es Stellen im Internet, die etwas an der derzeitigen Situation ändern wollen. Es handelt sich meist um Anbieter von DNSBL (DNS-based Blackhole Lists). Diese Anbieter führen Datenbanken mit IP-Adressen von Spammern. In der Regel sind die entsprechenden Webseiten in englischer Sprache:
  • Verband der deutschen Internetwirtschaft: Melden Sie hier deutschen Spam:  Beschwerde-Seite. Dort können Sie auch auf illegale Inhalte im Internet hinweisen.
  • «no abuse in internet» (naiin) e.V.: Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, den Missbrauch des Mediums Internet einzudämmen. Neben der Bekämpfung illegaler Inhalte unterhält der Verein eine eigene europäische Meldestelle namens «Netwatch». Auf der Homepage des Vereins finden Sie in der linken Navigation unter «Verbraucherschutz» das Thema «Spam».  Homepage
  • Spamhaus.org: The Spamhaus Project sammelt IP-Adressen von Spammern und führt eine eigene DNSBL, man kann jedoch keine Mails an Spam-Haus senden und auch keine Spammer melden. Spamhaus führt die eigene Blocklist SBL. Wer einen eigenen Webserver besitzt, kann diese Liste zum Abgleich mit seinen eingehenden Mails nutzen. Außerdem wird eine Liste mit  Hardcore-Spammern geführt, die 80% aller Spam-Mails versenden.  Homepage
  • SpamCop.net: Bei SpamCop gibt es einen kostenlosen Dienst zur Einsendung oder Meldung von Spam-Mails. Dazu ist eine Registrierung notwendig. SpamCop bietet auch einen Dienst für Privatleute, Unternehmen und Internet Service Provider, der für ca. 30 Dollar im Jahr das Ausfiltern von Spam anhand der SpamCop-Datenbank verspricht.  Homepage

Das Ranking der Spam-versendenden Länder

Sophos, Hersteller von professioneller Antiviren- und Anti-Spam-Software, hat auf der Grundlage der E-Mails, die in ihren weltweit eingerichteten Honey-Pots (fiktive E-Mail-Konten) gelandet sind, folgendes Ranking erstellt:
  • 1.   USA   35,7%
  • 2.   Südkorea   24,98%
  • 3.   China/Hongkong   9,71%
  • 4.   Frankreich   3,19%
  • 5.   Spanien   2,74%
  • 6.   Kanada   2,68%
  • 7.   Japan   2,1%
  • 8.   Brasilien   1,95%
  • 9.   Großbritannien   1,57%
  • 10. Deutschland   1,23%

Ausblicke

In Deutschland entstehen durch Spam jährlich geschätzte Kosten von 3,5 Milliarden Euro. Vielleicht lässt diese Zahl hoffen, dass in absehbarer Zeit wirksame Mittel gegen Spam ergriffen werden.

Manche Experten fordern, dass man für E-Mails eine Gebühr zahlen solle. Von der Grundidee sicher kein schlechter Ansatz. Allerdings: Warum sollen alle leiden, nur weil ein paar schwarze Schafe sich nicht an die Spielregeln halten!? Außerdem ließe sich so etwas weltweit sowieso nicht durchsetzen.

Ich plädiere für eine Übereinkunft zwischen den Staaten Europas und Amerikas, in ihren TLD's nur noch Mailversendungen mit gültiger Absenderadresse zuzulassen. Das von der Internet Engineering Task Force (IETF) entworfene neue Protokoll AMTP (Authenticated Mail Transfer Protocol, eine Erweiterung des bislang verwendeten SMTP-Protokolls) ließe das zu. AMTP ermöglicht eine Echtheitsprüfung und der Missbrauch von Mail-Systemen lässt sich leichter nachvollziehen. Zudem sollte der Versand von Massenmails mit falscher Absenderadresse mit drastischen Strafen geahndet werden. Allein die Einführung solcher Strafen und entsprechende internationale Abkommen würden etliche Spammer abschrecken. Hier fehlt es an Internet-Gesetzen. Es lässt sich eben nicht alles mit Urheberrecht und anderen bereits bestehenden Gesetzen abdecken. Sollten Europa und Amerika sich einigen, hätten die Anwender erst einmal Ruhe, denn sollten andere Länder nicht an diesem Abkommen teilnehmen, so kann man die entsprechenden Top-Level-Domains ja recht einfach blocken. Von dort würden die meisten von uns sowieso nie «Post» bekommen. 

Am Rande erwähnt...

Ungewollt Spam erhält oft auch, wer seine Website von Anmelde-Diensten bei zig Suchmaschinen anmelden lässt. Nicht nur, dass bei vielen Suchdiensten eine Bestätigung geschickt wird, man erhält anschließend - oh Wunder - auch die ungewollten Werbebotschaften. Letztens bekam ich eine lächerliche Mail. Da war die Rede davon, dass meine Site bei 300.000 Suchmaschinen angemeldet würde. Ich darf gar nicht dran denken, wie viele Bestätigungen das allein gewesen wären. Das kann nun wirklich niemand wollen. Abgesehen davon, dass man anzweifeln darf, dass es 300.000 Suchmaschinen gibt. 

Ein guter Rat von mir: Wer ohne große Mühe viel erreichen will, sollte seine Website manuell bei den größten Suchdiensten Google, AllTheWeb (FAST) und im Open Directory Project unter der entsprechenden Kategorie anmelden. Alle anderen Suchdienste bedienen sich ohnehin dort, so dass schon bald die exotischsten Suchmaschinen die Website crawlen. 

Andere Arten von Spam (manueller Spam)

  • Kettenmails: Eine andere Art von Spam sind Kettenmails. Sende dieses Mail an 10, 20 oder 37 Leute und du bekommst... Die älteren Semester von uns kennen das ja noch in Brief-Form. Damals war die ganze Sache noch richtig kostspielig, weshalb diese Briefe meist nur in der Schule unter Klassenkameraden verteilt wurden - oder man verschickte die Briefe unfrei... Heute kostet's ja nix mehr. Machen Sie sich nicht selbst zum Spammer! Es gibt keinen Grund, diesen Müll weiterzuleiten. Kettenmails und Hoaxes haben in der Spam-Statistik einen nicht unerheblichen Anteil. Man kann ja trefflich drüber streiten, ob ein gewisser Spaßfaktor mitspielt. Das kommt dann letztlich auch auf die Mail selbst an. Manche dieser Mails mögen ja ganz witzig sein. Die Art von «Sende diese Mail an x Leute, sonst hast du dein Leben lang Unglück» gehört jedenfalls umgehend gelöscht - OHNE sie vorher weiterzuleiten. Du wirst deshalb weder von einem Auto angefahren, noch stürzt deine Oma über das Balkon-Geländer !!! Ich könnte mir hier jetzt auch mindestens 739 Dinge ausdenken, die passieren, wenn ich für diesen Artikel keine Dankes-Mail erhalte ;-)
  • Hoaxes: Selbst der einigermaßen geschulte Blick eines Computer-Laien erkennt diese besondere Form der Kettenmail. Hoaxes sind leicht zu erkennen an folgendem Schema: Die bekannte Organisation x sowie die noch wichtigere Gesellschaft y warnen vor dem neuen, besonders gefährlichen Virus z, der in der ersten Woche seiner Verbreitung schon n Millionen PC's verseucht hat. Außerdem bla bla bla... Gähn! und ächz! Nochmal zum mitschreiben: Weder die Organisation x, noch die Gesellschaft y würden per Mail über einen neuen Virus z informieren. Informationen finden sich u.a. auf Internetseiten der Antiviren-Hersteller oder - bei besonders gefährlichen Viren - auch schon mal in Rundfunk und Fernsehen. Einfache Regel für jeden: Diese Mails sind IMMER Hoaxes. Wenn trotzdem der Verdacht besteht, die Mail könnte echt sein: Lass all deine Freunde reinrasseln, denn: du kannst sicher sein, dass ein Virus, der dermaßen gefährlich ist, wie er dort beschrieben wird, jeden PC schneller erreichen würde als diese Warnmail. Es gibt also absolut keinen Grund, so etwas weiterzuleiten. Und letztlich: ein aktueller Virenscanner ist besser als jede Virenwarnung! Ich wünsche allen viel Erfolg bei der Bekämpfung von Spam-Mails! 

Weiterführende Links

 www.tu-berlin.de/www/software/spam.shtml
 www.spamflam.de
 www.dr-ackermann.de/spam
 www.aufrecht.de/3541.html
 www.internetfallen.de/Hacker-Cracker/Spam-Mails/spam-mails.html

Spam zum Schmunzeln

 www.spamfan.de ist eine satirische Pro-Spam-Seite.