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Viren gehören neben Spam zu den ärgerlichsten
Begleiterscheinungen des Internets. Manche Schädlinge
sind zwar eher harmlos, aber es gibt
leider auch eine ganze Reihe sehr gefährlicher Viren.
Besonders die Virenart der Würmer «erfreute»
sich bei den Virenautoren in den letzten Jahren großer
Beliebtheit, ist aber aufgrund der mittlerweile weiten
Verbreitung von Virenscannern mit automatischen Updates
wieder auf einem absteigenden Ast. Würmer sind Viren, die sich
selbstständig an Mailadressen versenden, die der Virus
auf dem befallenen PC findet.
Daneben gab es früher zahlreiche andere Virenarten (z.B.
Bootsektoren-Viren), die aber im Hinblick auf ihre
Verbreitung immer weniger relevant sind. Zumal die
Würmer aufgrund ihrer raschen Verbreitung von den
Virenscannern nicht immer schon am ersten oder zweiten
Tag erkannt werden. In dieser Zeit kann ein Virus aber
schon erheblichen Schaden angerichtet haben wie z.B. der Wurm Mydoom zeigte.
Rootkits sind die neueste Variante der
Virenschreiber. Sie sind von den meisten Virenprogrammen
nicht erkennbar. Allerdings ist die Verbreitung von
Rootkits noch relativ gering. Einen wirksamen Schutz
gegen Rootkits gibt es derzeit nicht. Die Entwicklung
ist aber in Gange.
Ein inzwischen weit verbreiteter Trend ist das Versenden von sogenannten
Phishing-Mails, mit denen Zugangsdaten zu
Internetbanking und anderen Accounts gestohlen werden.
Dabei werden die ahnungslosen Nutzer auf Webseiten
umgeleitet, die den Original-Webseiten täuschend ähnlich
sehen. Wirksame Methoden gegen Phishing sind das
Deaktivieren von HTML im Mailprogramm (wo dies möglich
ist), so dass die Original-Webadresse erscheint, das
Nicht-Eingeben von Passwörtern in E-Mails, das direkte
Aufrufen der Webseiten über den Browser, ohne Links in
E-Mails zu nutzen, sowie das Deaktivieren des
Vorschaufensters im Mailprogramm.
Zudem werden heute standardmäßig vorhandene Lücken in Browsern wie dem
Internet Explorer dazu genutzt werden, Dialer,
Backdoor-Programme und andere schadhafte Software vom
Benutzer unbemerkt auf dem PC zu installieren und auszuführen.
Dabei genügt es bereits, einfach nur im Internet zu
surfen. Eine besondere Seite muss hierbei nicht
unbedingt geladen werden. Hier empfehle ich die Nutzung von Mozilla
Firefox. Dieser Open-Source-Browser (kostenlos) ist
weitaus restriktiver, was z.B. den automatischen
Download oder die automatische Ausführung irgendwelcher
Programme angeht. Auch wenn im Firefox ebenfalls schon
Sicherheitslücken entdeckt wurden, so ist hier jedoch
das Bugfixing wesentlich schneller als z.B. beim
Internet Explorer, so dass unter dem Strich die höhere
Sicherheit steht. Außerdem sollte man neben einem guten
Anti-Viren-Programm auch eine Firewall nutzen.
Ursachen der Verbreitung von Viren
Die Ursache der ungehinderten Verbreitung von Viren
ist nach wie vor die Arglosigkeit vieler PC-Nutzer.
Mail-Anhänge werden geöffnet, obwohl der Absender
unbekannt ist. Die Neugier siegt. Frei nach dem Motto:
«Wieso sollte ausgerechnet mir jemand einen Virus
schicken, das ist doch unwahrscheinlich...». Jetzt
könnte man sagen: «Dummheit muss eben bestraft
werden» oder man muss einfach nur den Kopf
schütteln.
Fakt ist: Immer noch gibt es eine große Zahl von Infizierungen,
die auf das Öffnen von Mail-Anhängen
zurückgeht. Warum
gehen viele PC-Anwender immer noch ein solches
Risiko ein? Die Antwort ist: Das Risiko wird
unterschätzt! Aber diese Risiko ist real. Einen Anhang unbekannter Herkunft zu öffnen ist
ungefähr so gefährlich wie der Tanz auf einem
Brückengeländer. Die Wahrscheinlichkeit hinunter zu
fallen, ist genau so groß wie die der Infizierung mit
einem Virus, wenn ein unbekannter Anhang geöffnet wird.
Daneben sind heute vor allem Phishing-Mails als Gefahr
zu nennen. In Mails werden Sie aufgefordert Ihren
Online-Bankzugang zu prüfen oder ähnliches. Das Ziel
ist aber, an Ihre geheimen Daten zu gelangen, denn Sie
werden zur Eingabe nicht auf die Website Ihrer Bank
geleitet, sondern auf eine gefälschte Seite, auf der
Betrüger Ihre Daten abgreifen können.
Die zweite große Ursache ist das Fehlen eines
Virenscanners. Eigentlich unglaublich, dass es immer
noch Leute gibt, die keinen haben. Wenn Sie sich jetzt
betroffen fühlen, können Sie z.B. bei Antivir den kostenlosen
Scanner für Privatpersonen runterladen. Der
Virenscanner sollte nicht nur vorhanden, sondern auch
immer auf dem neuesten Stand sein. Das bedeutet, dass
Sie mindestens 1x pro Woche eine neue
Version des Scanners installieren sollten. Würden dies
alle PC-Nutzer tun, so würden 99% aller Viren mit einem
Schlag von der Bildfläche verschwinden. Neue Versionen
der Scanner bieten aber ohnehin automatische Updates, so
dass man nicht einmal selbst aktiv werden muss.
Phishing-Attacken werden allerdings von Virenscannern
nicht erkannt! Dagegen bieten manche Browser wie Mozilla
Firefox Mechanismen, die vor Phishing-Attacken schützen
sollen.
Als dritte Ursache ist die mangelnde Bereitschaft zum
Updaten von Betriebssystemen, Browsern und
Mailprogrammen zu sehen. Frei nach dem Motto:
«Wer weiß, was Microsoft da bei mir ausspionieren
will». Stattdessen geben Sie den Virenautoren die
Gelegenheit, Ihren PC auszuspionieren. Da kann man nur
sagen:
«Herzlichen Glückwunsch zu dieser
pseudo-intelligenten Einstellung». So können über seit Jahren
bekannte Lücken im Betriebssystem Schadprogramme auf
den Rechner gespielt werden. Anschließend werden
beliebige Programme nachgeladen, die wiederum allerlei
Schaden anrichten können. Dies ist bereits möglich,
wenn ein Port am Rechner offen ist, also bei jedem PC
mit Internetverbindung ohne Firewall. Es ist nicht
notwendig, dass man selbst eine verseuchte Seite
ansteuert. Scanprogramme scannen im Internet besagte
offene Ports und wählen sich automatisiert in den PC
ein. Der Anwender bekommt davon oft nicht einmal etwas
mit oder reagiert falsch (die richtige Reaktion wenn
verdächtige Aktionen automatisch am Bildschirm ablaufen
ist immer das sofortige Trennen der Internetverbindung -
notfalls Kabel ziehen). Anschließend kann man sich über
weitere Maßnahmen Gedanken machen.
Bekannte Ausreden
...für das Öffnen von unbekannten Anhängen, von
Phishing-Mails und das
Fehlen von Virenscannern
- «Ich kenn mich damit nicht aus»: Das
freut den Virenautor, denn genau für diese Leute sind
die Viren bestimmt, die er programmiert hat. Gemein,
aber eine Tatsache. Immerhin: Das Nicht-Auskennen beruht
doch eher auf einer gewissen Trägheit, als darauf dass
man sich das Wissen wirklich nicht aneignen könnte.
- «Im Anhang steht doch Lustig.exe - da wird schon
kein Virus drin sein - ist bestimmt was Witziges».
Genau, ich höre schon das Lachen des Virenautors, wenn
die Zahlen über die Verbreitung seines Virus in den
Medien genannt werden...
- Und wenn's zu spät ist: «Ich hab' nichts
gemacht» / «Ich hab's nicht geöffnet».
Bitte nicht auch das noch. Das glaubt Ihnen sowieso kein
Mensch. Ohne (manuelles) Öffnen des Anhangs kann sich
der Virus nicht aktivieren!
Zyklen der Virenverbreitung - Geschichte
Heute wird die Verbreitung der Viren meist in Phase 3
von den automatischen Updates der Virenscanner gestoppt.
Die automatischen Updates haben auch dazu beigetragen,
dass die Programmierung von Würmern kaum noch lukrativ
erscheint. Aber noch vor wenigen Jahren sah das Ganze so
aus:
- 1. Phase: Der Virus wird in Umlauf gebracht. Jetzt
entscheidet sich, ob er gut genug programmiert ist, um
auf den verschiedenen Betriebssystemversionen von
Microsoft (manchmal auch Linux/Unix) zu funktionieren.
- 2. Phase: Ein gut programmierter Virus verbreitet sich
ziemlich schnell, auch über verschiedene Kontinente
hinweg. Es gibt dabei keine Hindernisse.
- 3. Phase: Am ersten oder zweiten Tag nach dem ersten
Auftauchen des Virus bieten die meisten
Antiviren-Hersteller ein Gegenmittel in Form eines
Scanner-Updates an. Die ersten Administratoren und
gewissenhafte private PC-Nutzer besorgen
sich den neusten Scanner. Die bis dahin rasante Verbreitung erfährt
einen ersten Knick.
- 4. Phase: Hoaxes (s.u.), die mehrere Monate oder Jahre
alt sind, werden von aufgeschreckten, panischen
Anwendern durchs Internet geschickt. Diese
Falschmeldungen treffen den Nerv der Ängste vieler
Anwender und werden so immer manuell weiter versendet.
Inzwischen sind ein bis zwei Wochen vergangen und eine
etwas größere Zahl der ständigen Internetnutzer hat
inzwischen ein Scanner-Update, das den neuen Virus
erkennt.
- 5. Phase: Eine weitere Welle der Verbreitung des Virus
zieht neue Pressemeldungen nach sich.
- 6. Phase: Auch eher träge Anwender entschließen sich
endlich zu einem Scanner-Update. Die Verbreitung des
Virus erleidet einen neuerlichen Knick.
- 7. Phase: Nach einem Jahr ist der Virus ziemlich am
Ende, weil jetzt ungefähr zwei 70-80% der Anwender ihre
Scanner aktualisiert haben.
- 8. Phase: Laden auch
SIE den neuesten Scanner
herunter...
Sorry, aber DEN konnte ich mir nicht
verkneifen. 
Nach all dem Ärger MIT den Viren jetzt aber ein paar
handfeste Hinweise GEGEN Viren:
Mittel gegen Viren
- Öffnen Sie keine unbekannten Anhänge!
- Öffnen Sie keine unbekannten Anhänge!
- Öffnen Sie keine unbekannten Anhänge! Nein, ich bin
nicht paranoid... Sie haben soeben 90% des
Gefahrenpotentials ausgeschaltet.
- Besorgen Sie sich einen aktuellen Virenscanner.
Kostenlos (aber nicht umsonst) gibt's die Personal
Edition von Antivir (siehe Download-Bereich). Das ist
ein wirklich guter Scanner und noch dazu gratis, was
wollen Sie mehr? Achten Sie darauf, dass der Scanner
für Ihr Betriebssystem geeignet ist. Die entsprechenden
Hinweise finden Sie auf der Antivir-Download-Seite.
- Installieren Sie den Scanner auch. ;-) Na gut, das
war jetzt eigentlich klar, aber ich wollt's nur mal
gesagt haben... - Bis hierhin haben Sie ca. 80% des
Gefahrenpotentials ausgeschaltet.
- Laden und installieren Sie eine persönliche Firewall
wie ZoneAlarm oder nutzen Sie ab Windows XP die
mitgelieferte Firewall. Eine Firewall verhindert ungewollte
Zugriffe von außen über ungesicherte Ports, aber auch
den Zugriff von auf Ihrem PC installierten
Programmen auf das Internet.
Konfigurieren Sie unter XP die Windows-Firewall nach
Möglichkeit so, dass
«Datei- und Druckerfreigabe» und
«Remoteunterstützung» in den Ausnahmen
deaktiviert sind. Deaktivieren Sie dort auch alle
anderen Programme, die weder auf ein Netzwerk noch
auf das Internet zugreifen müssen.
- Outlook: Stellen Sie die Sicherheitseinstellung unter
Extras/Optionen, Registerkarte «Sicherheit»,
Abschnitt «Inhalt sichern» (Outlook 2000) auf
«Eingeschränkte Sites» oder «Zone für
eingeschränkte Sites». Dadurch verhindern Sie das
automatische Ausführen von ActiveX-Komponenten und
JavaScript in HTML-Mails. Deaktivieren Sie, wenn möglich,
Links in den Mails.
- Internet-Sicherheitseinstellungen anpassen. Lesen Sie
dazu meine
Office-Seite, Tipp 2. - Meiden
Sie Tauschbörsen wie Kazaa. Auch wenn das Angebot
verlockend ist. Die Gefahr ist in diesen Medien
mittlerweile unüberschaubar geworden.
- Suchen Sie nicht nach Hacks oder Key-Gens. Seiten,
auf denen so etwas angeboten wird, dienen nur dem
Zweck, Viren zu verbreiten.
Ausblicke
- Das von der Internet Engineering Task Force (IETF)
entworfene neue Protokoll AMTP (Authenticated Mail
Transfer Protocol, eine Erweiterung des bislang
verwendeten SMTP-Protokolls) ermöglicht eine
Echtheitsprüfung von Mails und der Missbrauch von
Mail-Systemen lässt sich leichter nachvollziehen.
Dadurch könnte Virenautoren in Zukunft die Arbeit
erschwert werden. Doch aufhalten wird das neue Protokoll
die Viren nicht können.
- Das Blocken bestimmter Dateitypen in Mailanhängen,
wie es in den neuen Outlook-Versionen schon praktiziert
wird, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.
Trotzdem können Viren nach wie vor z.B. in ZIP-Dateien
versendet werden.
- Die automatischen Updates der
Virenscanner haben die Verbreitung von Würmern
eingedämmt. Ebenso werden neue Techniken in
Browsern Phishing-Attacken in Zukunft im Vorfeld
erkennen und den Benutzer warnen.
Die vermeintliche Viruswarnung... Hoaxes!
Hoaxes: Selbst der einigermaßen geschulte Blick
eines Computer-Laien erkennt diese besondere Form der
Kettenmail. Hoaxes sind leicht zu erkennen an folgendem
Schema:
«Die bekannte Organisation x sowie die noch wichtigere
Gesellschaft y warnen vor dem neuen, besonders
gefährlichen Virus z, der in der ersten Woche seiner
Verbreitung schon n Millionen PC's verseucht hat.
Außerdem bla bla bla...»
Gähn! und ächz! Noch mal zum mitschreiben: Weder die
Organisation x, noch die Gesellschaft y würden per Mail
über einen neuen Virus z informieren. Informationen
finden sich u.a. auf Internetseiten der
Antiviren-Hersteller oder - bei besonders gefährlichen
Viren - auch schon mal in Rundfunk und Fernsehen.
Einfache Regel für jeden: Diese Mails sind IMMER Hoaxes.
Wenn trotzdem der Verdacht besteht, die Mail könnte
echt sein: Lass all deine Freunde reinrasseln, denn: du
kannst sicher sein, dass ein Virus, der dermaßen
gefährlich ist, wie er dort beschrieben wird, jeden PC
schneller erreichen würde als diese Warnmail (siehe
auch «Zyklen der Virenverbreitung»). Es gibt
also absolut keinen Grund, so etwas weiterzuleiten. Und
letztlich: ein aktueller Virenscanner ist besser als
jede Virenwarnung!
Der Artikel hat Sie betroffen gemacht, weil Sie
bislang keine Schritte gegen Viren unternommen haben?
Meine Aussagen waren Ihnen zu provokativ? Das war so
gewollt, denn ich möchte möglichst vielen Menschen die
Augen öffnen, in welche Gefahren sie sich begeben, wenn
sie sich ohne Schutz im Internet bewegen.
Ich wünsche allen viel Erfolg bei der Bekämpfung von
Viren!
Weiterführende, sehr umfangreiche Infos zu Hoaxes:
www.tu-berlin.de/www/software/hoax.shtml
Weitere interessante Links:
www.stopie.com
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